Lötbarer Polyurethan-Lackdraht
Kupferlackdraht mit Polyurethan-Isolierung, direkt lötbar ohne vorheriges Abisolieren. Wärmeklassen 155 °C und 180 °C, Nenndurchmesser 0,100 bis 0,800 mm. Der Standardtyp für Relais, Zündspulen, Sensoren, Kleinmotoren und induktive Bauelemente, bei denen die Kontaktierung im Takt der Wickelmaschine erfolgen muss.

Technische Daten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Leitermaterial | Weichgeglühtes Elektrolytkupfer |
| Wärmeklasse (Temperaturindex) | 155 °C und 180 °C |
| Nenndurchmesser | 0,100 – 0,800 mm |
| Isolierung | Polyurethan, direkt lötbar |
| Lackauftrag | Grad 1 und Grad 2 |
| Aufmachung | Kunststoff- und Stahlspulen, Spulentyp nach Vereinbarung |
| Mindestbestellmenge | 650 kg je Spezifikation |
| Dokumente | Entsprechende Dokumente und Nachweise sind auf Anfrage verfügbar |
Durchmessertoleranz, maximaler Außendurchmesser, Durchschlagsspannung, Lötbarkeitswerte und Widerstand je Nenndurchmesser weisen wir im Angebot und im Werkszeugnis aus. Den Normbezug stimmen wir projektbezogen ab.
Wie die Lötbarkeit zustande kommt
Polyurethan zersetzt sich im Lötbad bei vergleichsweise niedriger Temperatur und hinterlässt eine benetzbare Kupferoberfläche. Der Draht wird also nicht abisoliert, sondern der Lack wird im Lötvorgang selbst entfernt. Bei Durchmessern unter 0,200 mm ist das häufig der einzige prozesssichere Weg, weil mechanisches Abisolieren den Leiter beschädigt.
Der Zielkonflikt ist offensichtlich: derselbe Lack, der sich leicht entfernen lässt, hat einen niedrigeren Temperaturindex als ein Polyesterimid-Polyamidimid-System. Wer sowohl hohe Dauertemperatur als auch Lötbarkeit fordert, muss sich für eine Seite entscheiden oder das Abisolieren in Kauf nehmen.
| Kriterium | Lötbarer Polyurethan-Lackdraht | PEI-PAI-System |
|---|---|---|
| Kontaktierung | Direkt lötbar | Abisolieren, Schweißen oder Crimpen |
| Temperaturindex | 155 / 180 °C | 200 / 220 °C |
| Typischer Durchmesserbereich | 0,100 – 0,800 mm | 0,100 – 5,100 mm |
| Typische Anwendung | Spulen, Relais, Sensoren, Kleinmotoren | Motoren, Transformatoren, Drosseln |
155 oder 180 °C: die Auswahl
Beide Klassen sind lötbar; der Unterschied liegt im Temperaturindex und in der Erweichungstemperatur. Der höhere Index wird mit einer etwas höheren Löttemperatur erkauft, was in der Fertigung spürbar sein kann.
| Gesichtspunkt | Klasse 155 °C | Klasse 180 °C |
|---|---|---|
| Dauertemperatur der Wicklung | Moderat | Erhöht |
| Erweichungstemperatur | Niedriger | Höher, mehr Reserve bei engem Wickelbild |
| Löttemperatur | Niedriger | Höher |
| Empfehlung | Standardfall in der Elektronikfertigung | Kleinmotoren und Spulen mit höherer Verlustleistung |
Wird dauerhaft mehr als 180 °C erreicht, ist kein lötbares System mehr sinnvoll. Dann führt der Weg zu Kupferlackdraht der Klasse 200 mit separater Kontaktierung.
Anwendungen
Verarbeitung
In diesem Durchmesserbereich entscheidet die Drahtführung über die Ausbeute. Feine Drähte reagieren empfindlich auf Zugspitzen beim Spulenwechsel und auf verschlissene Führungsdüsen. Wer die Abzugsspannung sauber regelt und die Führungselemente regelmäßig prüft, spart mehr als jede Lackoptimierung.
| Thema | Hinweis |
|---|---|
| Löten | Temperatur und Verweilzeit am eigenen Prozess verifizieren; Lackreste in der Lötstelle deuten auf zu niedrige Temperatur hin |
| Abzugsspannung | Bei Durchmessern unter 0,200 mm geregelte Bremsen einsetzen, Zugspitzen beim Anfahren vermeiden |
| Führungselemente | Keramikdüsen und Umlenkungen auf Riefen prüfen, da diese den Lack aufschneiden |
| Imprägnierung | Verträglich mit gängigen Träufel- und Tauchharzen; Freigabe für Ihr System auf Anfrage |
| Lagerung | Trocken und in der Originalverpackung; hohe Luftfeuchte beeinträchtigt die Lötbarkeit |
Häufige Fragen
Der Polyurethanlack zersetzt sich im Lötbad rückstandsarm, sodass der Draht ohne vorheriges Abisolieren kontaktiert werden kann. Das spart bei kleinen Durchmessern den mechanisch heikelsten Arbeitsschritt und ist der Grund, warum dieser Typ in der Spulen- und Elektronikfertigung dominiert.
Das hängt von Durchmesser, Lackauftrag und Wärmeklasse ab. Als Ausgangspunkt dienen die Werte, die wir im Werkszeugnis ausweisen; die konkrete Kombination sollten Sie an Ihrem Prozess verifizieren. Zu niedrige Temperatur führt zu Lackresten in der Lötstelle, zu hohe zu Schädigung der angrenzenden Wicklung.
Beide sind lötbar. Die Klasse 180 °C hat den höheren Temperaturindex und die höhere Erweichungstemperatur, verlangt aber in der Regel eine etwas höhere Löttemperatur. Wenn Ihre Wicklung thermisch moderat betrieben wird, ist 155 °C die einfachere Wahl.
0,100 bis 0,800 mm Nenndurchmesser. In diesem Bereich liegt der typische Einsatz für Relais, Zündspulen, Sensoren, Kleinmotoren und induktive Bauelemente.
Ein zusätzlicher Backlack lässt sich aufbringen, sodass die Wicklung nach dem Verbacken formstabil ist und ohne Körper auskommt. Sprechen Sie uns mit Ihrem Anwendungsfall an, dann klären wir Machbarkeit und Mindestmenge.
650 kg je Spezifikation. In diesem Durchmesserbereich entspricht das je nach Nenndurchmesser einer erheblichen Lauflänge; wir stimmen die Spulengrößen auf Ihre Fertigung ab.
Kunststoff- und Stahlspulen in verschiedenen Größen. Für automatisierte Wickelzellen stimmen wir Spulentyp, Flanschmaß und Kennzeichnung vorab ab, damit der Spulenwechsel in Ihren Takt passt.
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