Polyimid-Lackdraht der Wärmeklasse 240 °C

Kupferlackdraht mit Isolierung aus aromatischem Polyimid, Temperaturindex 240 °C nach IEC 60317-46 und NEMA MW 16-C. Nenndurchmesser 0,250 bis 1,500 mm. Der Werkstoff für Wicklungen, bei denen Dauertemperatur, kurzzeitige Übertemperatur oder chemische Beanspruchung die Grenzen konventioneller Lacksysteme überschreiten.

Wärmeklasse
240 °C
Nenndurchmesser
0,250 – 1,500 mm
Normen
IEC 60317-46 · NEMA MW 16-C
Isolierung
Aromatisches Polyimid
Polyimid-Lackdraht Klasse 240 auf Spule - Jingda

Technische Daten

MerkmalAngabe
LeitermaterialWeichgeglühtes Elektrolytkupfer
Wärmeklasse (Temperaturindex)240 °C
Nenndurchmesser0,250 – 1,500 mm
IsolierungAromatisches Polyimid, mehrlagig aufgetragen
LackauftragGrad 1 und Grad 2
NormenIEC 60317-46; NEMA MW 1000: MW 16-C
AufmachungKunststoff- und Stahlspulen, Spulentyp nach Vereinbarung
Mindestbestellmenge650 kg je Spezifikation
DokumenteEntsprechende Dokumente und Nachweise sind auf Anfrage verfügbar

Durchmessertoleranz, maximaler Außendurchmesser, Durchschlagsspannung und Widerstand je Nenndurchmesser weisen wir im Angebot und im Werkszeugnis aus.

Was aromatisches Polyimid leistet

Polyimid ist kein weiterentwickelter Drahtlack, sondern eine andere Werkstoffklasse. Die aromatische Ringstruktur bleibt bis weit über den Temperaturindex hinaus formstabil und wird durch die üblichen Lösemittel und Öle nicht angegriffen. Das erklärt beide Seiten des Werkstoffs: die außergewöhnliche Beständigkeit und die Tatsache, dass sich der Lack nicht ablöten lässt.

Gegenüber Polyesterimid-Polyamidimid-Systemen liegen die Vorteile bei Dauertemperatur, kurzzeitiger Überlast, Strahlungsbeständigkeit und Verhalten im Vakuum. Der Preis dafür ist der höhere Materialpreis und der Verzicht auf Lötbarkeit. Wo Klasse 200 thermisch ausreicht, ist Klasse 240 wirtschaftlich nicht die richtige Wahl.

EigenschaftVerhalten
DauertemperaturTemperaturindex 240 °C, hohe Reserve gegen kurzzeitige Übertemperatur
Chemische BeständigkeitBeständig gegen die meisten Lösemittel, Öle, Kraftstoffe und Kältemittel
Strahlung und VakuumGeringe Ausgasung, gute Beständigkeit gegen ionisierende Strahlung
VerbindungstechnikNicht lötbar; Abisolieren, Schweißen oder Crimpen erforderlich

Wann Klasse 240 die richtige Entscheidung ist

Die Wärmeklasse wird häufig zu hoch gewählt, weil die Nennleistung beeindruckt. Entscheidend ist die reale Wicklungstemperatur einschließlich Hotspot über die geforderte Lebensdauer. Vier Konstellationen rechtfertigen Klasse 240 regelmäßig.

KonstellationBegründung
Dauerhaft hohe WicklungstemperaturKompakte Antriebe mit begrenzter Kühlung, in denen der Hotspot über der Klasse 200 liegt
Zyklische ÜberlastAnfahr- und Blockierlastfälle, bei denen die Temperatur kurzzeitig weit über den Nennwert steigt
Aggressive MedienKontakt mit Kraftstoffen, Lösemitteln oder heißen Ölen im Betrieb
Strahlung, Vakuum, RaumfahrtAnforderungen an geringe Ausgasung und Strahlungsbeständigkeit

Liegt keiner dieser Fälle vor, ist Kupferlackdraht der Klasse 200 in der Regel die wirtschaftlichere Lösung. Wir sagen Ihnen offen, wenn die niedrigere Klasse ausreicht.

Anwendungen

Tauchmotoren
Bohrloch- und Ölfeldpumpen
Traktionsmotoren
Hohe Leistungsdichte, zyklische Überlast
Luft- und Raumfahrt
Aktuatoren, Generatoren, Vakuumanwendungen
Hochtemperatur-Sensorik
Spulen in Ofen- und Prozessnähe
Kerntechnik
Wicklungen mit Strahlungsbeanspruchung
Prüf- und Messtechnik
Spulen mit hoher thermischer Belastung
Kompressoren
Hermetische Antriebe mit aggressiven Medien
Sonderantriebe
Kleinserien mit extremem Lastprofil
Transformatoren
Hochtemperatur-Trockentransformatoren
Magnetspulen
Dauermagnetisierung mit hoher Verlustleistung

Verarbeitung

Polyimid-Lackdraht wird auf denselben Maschinen verarbeitet wie konventioneller Lackdraht, verzeiht aber weniger. Die Lackschicht ist hart und zäh; sie reißt nicht so leicht, nimmt Kerben aber dauerhaft mit. Umlenkungen ohne Riefen und ein sauber eingestellter Abzug sind hier wichtiger als bei weicheren Systemen.

ThemaHinweis
AbisolierenMechanisch, durch Schleifen oder mit geeigneten chemischen Verfahren; thermisches Ablöten ist nicht möglich
VerbindungstechnikWiderstandsschweißen, Ultraschallschweißen oder Crimpen nach dem Abisolieren
ImprägnierungVerträglich mit gängigen Harzsystemen; Freigabe für Ihr System stimmen wir vorab ab
WickelparameterAbzugsspannung niedrig halten, Umlenkrollen mit ausreichendem Radius verwenden
LagerungTrocken, in der Originalverpackung, Kondensatbildung vermeiden

Häufige Fragen

Wann ist Polyimid-Lackdraht gegenüber Klasse 200 oder 220 wirklich nötig?

Wenn die Wicklungstemperatur im Dauerbetrieb dauerhaft über dem Temperaturindex der günstigeren Klassen liegt, wenn kurzzeitige Übertemperaturen zum Betriebsbild gehören oder wenn Strahlung, Vakuum oder aggressive Medien im Spiel sind. Bei rein thermisch moderaten Anwendungen ist Klasse 200 die wirtschaftlichere Wahl.

Welche Durchmesser sind lieferbar?

0,250 bis 1,500 mm Nenndurchmesser. Außerhalb dieses Bereichs prüfen wir die Machbarkeit im Einzelfall.

Ist Polyimid-Lackdraht lötbar?

Nein. Aromatisches Polyimid ist chemisch und thermisch sehr beständig, genau deshalb lässt es sich nicht ablöten. Der Lack wird mechanisch oder durch geeignete Abisolierverfahren entfernt; Schweißen und Crimpen sind die üblichen Verbindungstechniken.

Wie verhält sich der Lack gegenüber Lösemitteln und Imprägnierharzen?

Aromatisches Polyimid ist gegen die meisten Lösemittel, Öle und Imprägnierharze beständig. Kritisch sind stark alkalische Medien und Wasserdampf bei hoher Temperatur über lange Zeit. Für Ihren Prozess stimmen wir die Freigabe vorab ab.

Nach welchen Normen fertigen Sie?

IEC 60317-46 sowie NEMA MW 1000, Blatt MW 16-C. Die Prüfwerte der Charge weisen wir im Werkszeugnis aus.

Wie hoch ist die Mindestbestellmenge?

650 kg je Spezifikation. Bei Sonderdurchmessern oder Sonderaufmachungen sprechen wir die Menge im Einzelfall ab.

Können Sie Muster für die Qualifizierung liefern?

Ja. Für die Erstbemusterung stellen wir Musterspulen mit Werkszeugnis bereit. Nennen Sie uns Durchmesser, Lackauftrag und die vorgesehene Prüfsequenz, dann stimmen wir Umfang und Zeitplan ab.

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